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NEU: Was Graz glaubt

Was haben die Bundesländer, das die kirchlichen Weltanschauungsreferate und die Bundesstelle für Sektenfragen nach wie vor schmerzlich vermissen lassen?

Von Hannes Roland

grazMit dem neu erschienen Buch „Was Graz glaubt“ hat nach Tirol und Niederösterreich bereits ein drittes Bundesland die Informationsqualität über das religiöse und spirituelle Leben und deren Anbieter in Österreich neu definiert. Den bundesweit agierenden kirchlichen Weltanschauungsreferaten und der Bundessektenstelle muss diese offene und unvoreingenommene Art der Information wie ein peinlicher Spiegel erscheinen.

Vergleicht man die Inhalte der „Werkmappe Sekten[2]“ und der Broschüre „Sekten-Wissen schützt[3]“ einerseits mit den Publikationen von Kult&Co[4] in Innsbruck und dem soeben erschienen Buch „Was Graz glaubt“ andererseits, sieht man einen vielversprechenden Zeitenwandel herauf dämmern. Endlich etwas Substanzielles in Richtung der Erfüllung der Forderung von Dr. Peter Schulte[5] nach mehr Wissenschaftlichkeit in der österreichischen Informations- und Aufklärungsszene über religiöse Bewegungen.

Was hebt dieses Buch von der „alten“ Literatur und Methodik der kirchlichen Weltanschauungsreferate und der Bundessektenstelle so deutlich ab?

1.     Es eröffnet einen aktuellen und übersichtlichen Blick auf die religiösen und spirituellen Aktivitäten in Graz und verdient zu Recht den Beinamen „Grazer Religionsführer“.

2.     Es setzt neue Maßstäbe was die Wissenschaftlichkeit und Objektivität in der öffentlichen Berichterstattung über Religion und Spiritualität in Österreich betrifft.

3.     Es schreibt neuen religiösen Bewegungen nicht von vorne herein nur Konflikt- und Gefahrenpotenziale zu, wie das die „Werkmappe Sekten“ und die Broschüre „Sekten - Wissen schützt“ tun.

4.     Die „alte Literatur“ stützt sich einseitig fast ausschließlich auf Fremdbeurteilungen seitens kirchlicher Sektenexperten und auf negative Informationen von Aussteigern. Im neuen Buch wurde auch der Innensicht und dem Selbstverständnis praktizierender Mitglieder entsprechend Platz gegeben. In der Vergangenheit hörte man von praktizierenden Mitgliedern oft: „Wenn ich das glauben würde, was die Sektenexperten als meinen Glauben darstellen, wäre ich schon längst ausgetreten.“

5.     Im Gegensatz zur „alten Literatur“ die darauf angelegt ist Ängste zu schüren und Klüfte zwischen den religiösen und spirituellen Anbietern aufzureißen, baut die neue Literatur an zukunftsweisenden Brücken zu einem zeitgemäßen und nachhaltigen theologischen und kulturellen Dialog.

Wann werden die kirchlichen Weltanschauungsreferate und die Bundessektenstelle endlich nachziehen und nach dem Vorbild dieses Buches den Schritt in die neue Art der Darstellung religiöser Gruppen wagen und auf diese Weise objektive Informationen auf Bundesebene zur Verfügung stellen?

FOREF Europa fordert daher das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend auf, die Gewährung der zukünftigen Finanzierung der Bundessstelle für Sektenfragen aus Steuergeldern von einer solchen Erneuerung und Aktualisierung abhängig zu machen. Der Steuerzahler hat ein Recht auf eine objektive, zeitgemäße und zukunftsweisende Information.



[1] Herausgegeben von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz, Bd 19; Tyrolia Verlag 2010

[2] http://www.weltanschauungsfragen.at/download/Bestellblatt.doc

[3] Herausgegeben von der Bundesstelle für Sektenfragen, Wien

[4] http://www.kult-co-tirol.at/

[5] Siehe Punkt 4 in seiner Analyse „Theorie & Praxis staatlicher Sektenaufklärung und die Notwendigkeit wissenschaftlicher Expertise“
http://kult-co-tirol.r7h.at/index.php?option=com_content&task=view&id=57&Itemid=47

 

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Eva
Posts: 2
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gEyLrZLIwtw
Reply #2 on : Fri February 24, 2012, 22:17:48
Das Conversion Summit fand am 01.09.2011 in Frankfurt statt. Gleich am Tag daaruf folgte das ConversationCamp. 20 Experten hielten in den zwei Tagen interessante Vortrage. Ein kurzes Recap zu den Veranstaltungen konnt ihr hier lesen:

Posts: 2
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Gratuliere Graz!!!
Reply #1 on : Fri May 28, 2010, 08:45:22
Der Autor hat eine wichtige Tatsache in seinem Vergleich vergessen: Das Buch "Was Graz glaubt" übertrifft die Veröffentlichungen in Tirol und Niederösterreich nicht nur im Ausmaß des Volumens (60 religiöse Gruppen werden vorgestellt) sondern auch darin, dass hier kein Unterschied zu den Bekenntnisgemeinschaften oder staatlich nicht anerkannten Religionen gemacht wird.

Die Publizisten haben sich somit über das international kritisierte Drei-Klassensystem des österr. Religionsgesetzes hinweggesetzt und das ist gut so! Fortschrittlich und fair in jeder Hinsicht. Und das hat man von einer theologischen Fakultät nicht unbedingt erwartet. Hoffen wir das der Grazer Weg hier Vorbildwirkung hat und einen Bundesweiten Trend auslöst. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ...


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